Lauf der Rekorde" zum Jahresende
Der Silvesterlauf 2003 war gleich in mehrfacher
Hinsicht ein neuer Höhepunkt in der 22jährigen Geschichte der Gifhorner
Silvesterläufe. Rekordteilnehmerzahl (so viele, dass die Sicherheitsnadeln für
die Startnummern ausgingen) mit etwa 300 Teilnehmern auf der ersten Runde und
etwa 170 Sportlern, die sich danach auf die zweite Runde mit Zeitnahme wagten.
Und gleichzeitig Superzeiten, die schnellsten in diesem Jahrtausend, wenngleich
die Streckenrekorde nicht ganz erreicht wurden. Sowohl die ersten drei Männer
als auch die ersten drei Frauen konnten sich vorne in der ewigen Bestenliste
platzieren und waren sämtlich schneller als Sieger und Siegerin 2002, auch die
Zeit des siebten Läufers hätte letztes Jahr noch für den Gesamtsieg gereicht,
wobei 2002 allerdings auf vereister Strecke langsamer gelaufen werden musste.
Bei kaltem, feuchten, aber windstillen Wetter und
trockenem Boden waren es vergleichsweise gute Bedingungen, jedenfalls
vergleichen mit dem, was die Jahreszeit sonst zu bieten hat. Schon am Start ging
es rasant zur Sache, denn nach ca. 100 Metern mussten die Läufer links in einen
schmalen Weg am Schlossgraben einbiegen, wo sich das Feld bereits etwas
auseinander zog. Eine Gruppe mit fünf Läufern, darunter der Sieger von 2001,
Joachim Kasimir, und der Erste und Zweite des Vorjahres, Tobias Ulrich und
Marcel Hilbig, konnte sich schon bald einige Meter absetzen. Ich lief nach zwei
Minuten an der Isebrücke auf diese Gruppe auf, so daß wir kurze Zeit zu sechst
waren, doch schon wenige Meter später forcierten Kasimir, Ulrich und Hilbig das
Tempo, die Gruppe riss auseinander, und die drei trugen, als der Radweg auf der
B 188 gelaufen wurde, als Dreiergruppe allein den Kampf um Platz 1-3 aus.
Sie bogen gemeinsam zur Hälfte der Strecke in den
Waldweg am Dragen ein, doch Joachim Kasimir ließ es nicht auf eine
Endspurtentscheidung ankommen und konnte sich auf der zweiten Streckenhälfte
schon früh entscheidend absetzen. Er lief mit einem sicheren Vorsprung von 13
Sekunden ins Ziel (13:29). Spannender machten es da schon Hilbig (13:42) und
Ulrich (13:43), die Platz 2 auf der Zielgerade am Schlossparkplatz ausliefen.
Vielleicht die klügste Lauftaktik aller Spitzenläufer zeigte der Gifhorner
Eduard Weinert. Er lag zuerst um Rang 10 und konnte sich dann mit viel
Kampfgeist Platz für Platz vorarbeiten, bis er am Ende als Vierter finishte.
Dabei war er schneller als bei seinen Gesamtsiegen 1999 und 2000.
Die ersten Männer waren gerade erst eingelaufen und
schöpften noch nach Luft, da kam auch schon die erste Frau ins Ziel und wirkte
sehr entspannt: Ilka Schreinecke aus Weyhausen lief mit 15:31 die drittbeste in
Gifhorn jemals gelaufene Frauenzeit. In dieser Form dürfte sie beim Laufcup 2004
wieder zu den Favoritinnen zählen. Und auch die Zeiten auf Platz 2 (Christina
Windt 17:30) und 3 (Yvonne Klapper 17:39) hätten in vielen anderen Jahren für
den Sieg gereicht.
Der neue Teilnehmerrekord machte sich auch bei der
Siegerehrung bemerkbar: so voll wie dieses Jahr war es im Kaminraum des
Schlosses noch nie. Aber der Tee reichte, wenn man etwas wartete, am Ende doch
für alle. Szenenapplaus gab es bei der Siegerehrung für die Senioren für Manfred
Rummel (Sieger in beachtlichen 17:23), der im Jahr 1991 noch als damals
49jähriger die Gesamtwertung gewonnen hatte. Auch die schnellste Seniorin
(Gisela Hoffmann, 21:53) war 1991-1993 noch unter den ersten drei Frauen des
Gesamteinlaufs gewesen. Die herausragende Nachwuchsleistung erzielte der
12jährige Jonas Busse von VfB Fallersleben in 16:05.
© Arne Duncker, Hauptstraße 8, 38527 Meine,
31.12.2003